Werkschau
Huberta Reil
KleinplastikenKontakt: Am Unteren Rain 2, 35394 Gießen
Tel. 0641-45876, Mail: huberta.reil(at)Campus-D.de
Schon immer liebte ich den Geruch der Erde, wenn sie im Frühjahr nach unserem langen schneereichen Winter im Oberharz wieder zum Vorschein kam und von der Sonne erwärmt wurde. Für mich verkörperte es die Kraft und Unermüdlichkeit des Lebens, das sich immer wieder neu entfaltet - egal wie lang der Winter war!
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Eines Tages entdeckte ich im Garten des Forstamtes, in dem ich aufgewachsen bin, einen tonartigen Boden, der mich dazu inspirierte, Figuren daraus zu formen. Der erste Versuch waren diese Häuser.
Ich gab sie einem Freund, der in Clausthal-Zellerfeld das Fach "Steine und Erden" studierte, und er brannte sie erstmal bei 800°, langsam und schonend - und es klappte: sie blieben ganz. (Da Ton beim Brennen schrumpft und die Hitze von außen nach innen in die Figur eindringt, entstehen bei dickwandigen Gegenständen Spannungen, die das ganze Werk sprengen können). Ich lernte, die Tonerde von Wurzeln und Steinen zu befreien und mit Hilfe von Wasser geschmeidig zu kneten. Mich fasziniert dabei die Vorstellung, wie Gott die ersten Menschen aus Erde formte - und noch heute jeden einzelnen individuell gestaltet. So wie es König David oder Hiob beschreiben: "Deine Hände haben mich ganz gebildet und gemacht wie Ton hast Du mich gestaltet " (aus Hiob, Kap. 10, 8-9) Meine ersten Menschen waren Krippenfiguren, ca. 20 cm. hoch. Um Maria innen hohl zu gestalten, formte ich sie auf einer konisch zulaufenden Uhudose, die ich nachher rauszog. Da ich allerdings noch nicht mit der Schrumpfung des Tons beim Trocknen vertraut war, gab ich der Figur des Josef kurzerhand einen Rohrstock als Stütze - Tja, nach ein paar Tagen stürzte er rücklings um und zerbrach sich Hut und Gewand. . Linke Figur:
Beim Hirten war ich dann schlauer und machte seinen Stab aus Ton.
Rechte Figur:
Knien ist einfach stabiler als Stehen! (im übertragenen Sinne auch?). Später versuchte ich mich auch mal bildhauerisch an Holz (hier Eichenholz), aber der Werkstoff war mir zu riskant: wenn zuviel abbricht, kann man es nicht mehr flicken. Am liebsten forme ich Menschen, deren Körperhaltung ausdrückt, was in ihnen vorgeht. - Beziehungsweise was in mir vorgeht, denn natürlich ist es meistens mein eigenes Erleben, was sich da widerspiegelt. Diese Figur heißt z.B. "Adam am Sabbat" und entstand in einer Zeit, als ich Erholung bitter nötig hatte und über das Wort "recreation"
nachdachte - und froh darüber wurde, dass Gott den siebten Tag als
Ruhetag eingerichtet hat
Laufende Aktualisierung der Werkschau
Datum Art/Dimension Titel 04. Mai 2010 Terracotta, 20 cm 04. Mai 2010 brauner Ton, gebrannt,
bemalt, 18 cm 15. Juni 2010 brauner Ton, gebrannt,
ca. 22 cm 15. Juni 2010 brauner Ton, gebrannt,
ca. 8 cm 16. Juni 2010 roter Ton, gebrannt,
ca. 15 cm 16. Juni 2010 schwarzer Ton, gebrannt,
ca. 16 cm